«Wie machsch du da?» – Die Künstlerin Harlis Schweizer Hadjidj zu Besuch in der Schule Eichbüel

Geplant war ein Ausflug mit dem ganzen Schulhaus in die Kunsthalle St. Gallen, als gemeinsamer Auftakt für alle Kinder und Lehrpersonen. Das war im März 2020. Dann gingen die Schulen zu. Und die Museen. Stillstand. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt für dieses auf vier Jahre hin angelegte Schulprojekt.

Umso erfreulicher, dass die drei ersten Klassen kurz vor den Sommerferien doch noch zu einer Begegnung mit der Kunst kamen, die in Form der Malerin Harlis Schweizer Hadjidj am 23. und 24. Juni mit den Kindern jeweils erst einen Blick auf ihre Bilder warf, um dann in der zweiten Hälfte der Begegnung das eigene Tun zu ermöglichen.

Im Klassenzimmer interessierte die Kinder am Mittwoch vor allem eines: «Wie machsch du da?» Wie machst du das? Eine nachvollziehbare Frage. Eine Künstlerin muss schliesslich wissen, wie man Autos malt. Oder Himmel. Oder Licht. Damit das, was man sieht, dann auf dem Bild auch so aussieht, wie man es sieht. Doch auch wenn die Künstlerin darauf einerseits mit ihren Bildserien antwortete, die «aus der Erinnerung, vor Ort oder mit einem Foto» gemalt wurden und andererseits darüber sprach, wie viel Zeit sie mit dem Mischen der «richtigen» Farben verbringt, traf das den Kern der Frage scheinbar nicht, denn sie wurde auch danach immer wieder gestellt.

Aber genau hier setzt kulturelles Lernen an und darum war auch das darauffolgende eigene Tun der Kinder ein wichtiger Teil der Antwort. Angeleitet von der Künstlerin, die eben noch vorne stand und jetzt am Boden kniend in regelmässigen Abständen kleine Inputs gab, malten die Kinder mit Kreide Augen auf den grauschwarzen Pausenplatz. Da waren zu diesem Zeitpunkt schon die Werke der ersten beiden Klassen zu sehen. Nach kurzer Zeit hatte jedes Kind sein eigenes Bild gefunden, sich darin vertieft und der Pausenplatz wurde zur öffentlichen Ausstellungsfläche – zumindest bis zum nächsten Regen.

Catherine Erni, Schulleiterin Eichbüel

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