«Schlupsi, dein innerer Schiedsrichter»

«Schlupsi, dein innerer Schiedsrichter» ist ein pädagogisches Konzept zur Verbildlichung des Gewissens, des Fairness-Gedankens und des Selbstschutzes für Kinder.

Das Konzept des Inneren Schiedsrichters eignet sich bereits auf Kindergartenstufe zur Förderung des Empathievermögens, der Selbstkontrolle und eines gesunden Selbstbewusstseins. Diese Fähigkeiten sind entscheidend für eine gesunde Entwicklung eines Kindes und werden auch in der Resilienzforschung als wichtige Faktoren betrachtet. Das Konzept wurde von Manuel Vieler, einem Schulsozialarbeiter erarbeitet. Mithilfe eines kleinen Wesens, namens Schlupsi, wird auf kreative und spielerische Art versucht, den Kindern ihre Gefühle, ihr Gewissen und ihre Moralvorstellungen, ihren körperlichen Selbstschutz und die damit verbundenen Gefühle zu verbildlichen. Das Wesen begleitet sie ihr Leben lang und hat die Aufgabe, auf sie aufzupassen und ihnen täglich eine Vielzahl von Signalen zu zusenden. Wie ein kleiner unsichtbarer Schiedsrichter, der in ihrem Körper wohnt, achtet diese Fantasiefigur darauf, dass sich die Kinder an Regeln halten und vor Gefahren schützen, indem sie ihnen eine Rückmeldung auf der Gefühlsebene gibt.

Die Arbeit mit «Schlupsi» vermittelt den Kindern nicht nur theoretisches Wissen über ihren inneren Schiedsrichter, sondern durch gemeinsames Handeln und Erleben (in Übungen) wird die bewusste Wahrnehmung von «Schlupsi» trainiert. Die Kinder erlernen durch regelmässiges Einüben der Methoden auf spielerische Weise, bereits erlernte Werte und Normen auch ohne die Hilfe von Erwachsenen anzuwenden, eigene Moralvorstellungen zu entwickeln und sich von potentiell gefährlichen Situationen oder Personen zu distanzieren. Zudem wird das Bewusstsein für faires Verhalten und die Hilfsbereitschaft gestärkt. «Schlupsi» stellt sich den Kindern in einer Geschichte vor und übt mithilfe einer Vielzahl von Übungen und Spielen mit ihnen Schritt für Schritt das Wahrnehmen der unterschiedlichen Signale.

Die Figur «Schlupsi» mit seinen drei Symbolen:
Jeder Mensch besitzt seinen eigenen inneren Schiedsrichter, der ihn sein Leben lang begleitet. Um mit den Menschen in Kontakt zu treten, besitzt «Schlupsi» drei einfache Symbole, die er situationsabhängig mehrmals am Tag verwendet. Sie machen sich durch bestimmte Körperreaktionen bemerkbar und haben alle eine nützliche Funktion:

Die gelb-rote Karte: Diese Karte wird vom Schiedsrichter dann gezückt, wenn man absichtlich ein Fehlverhalten zeigt. Beim Bewusstwerden des Regelverstosses wird die gelb-rote Karte durch ein unangenehmes Körpergefühl, beispielsweise einen Kloss im Hals, Herzrasen oder Bauchschmerzen spürbar. Solche Gefühle bereitet «Schlupsi» den Menschen nur sehr ungern, daher nimmt er die Karte in der Regel auch schnell zurück, sobald der Betroffenen ehrliche Reue für sein Fehlverhalten zeigt und sich entschuldigt.

Die grüne Glückskarte: Die grüne Glückskarte überreicht der innere Schiedsrichter immer dann, wenn sich ein Mensch besonders nett verhält oder selbstlos handelt, indem er beispielsweise jemand anderem eine Freude macht oder ihm hilft. Diese Karte überreicht «Schlupsi» besonders gern, da er Menschen am liebsten beschützt und lobt. Die grüne Glückskarte löst ein wohltuendes Kribbeln im Bauch aus, verbunden mit einer Leichtigkeit, die den Körper durchflutet. Nebst der grünen Glückskarte bekommt die Person für solches Verhalten oft auch Dankbarkeit und Anerkennung der Mitmenschen zu spüren.

Die kleine Trillerpfeife: Diese benutzt «Schlupsi» als präventives Warnsignal kurz bevor ein Mensch bewusst gegen eine Regel verstösst oder sich in Gefahr begibt. Der Pfiff aus der Trillerpfeife macht sich oft in Form eines mulmigen Körpergefühls bemerkbar. Die Wahrnehmung dieses Gefühls schützt bereits im Vorfeld vor Gefahren, Regelverstössen und Sanktionen.

In diesem Sinne wünscht Ihnen die Schulsozialarbeit der Schulen Kirchberg viele grüne Glückskarten, damit Sie gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und Verwandten die kommenden Festtage mit vielen schönen Gefühlen geniessen können.

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